Wirkprinzipien der FSM
• Kühlung der Verbrennungszone durch endotherme Zersetzung der FSM (z.B. durch Dehydration von Metallhydroxiden).
• Verstärkte Carbonifizierung im Brandfall; dadurch Verringerung der Menge des brennbaren Materials und Bildung einer schützenden Oberflächenschicht (Festphasenmechanismus).
• Intumeszenz, d.h. die Bildung einer voluminösen Isolationsschicht, die durch zusätzliche Freisetzung von Gasen induziert wird (Festphasenmechanismus).
• Freisetzung radikalischer Spezies, die in der Gasphase reaktive Radikale abfangen und somit den Verbrennungsprozess hemmen (Gasphasenmechanismus).
Phosphorhaltige FSM
Phosphorhaltige Substanzen erlangen zunehmende Bedeutung als ökologisch unbedenkliche Flammschutzmittel. Sie ersetzen allmählich die bislang dominierenden halogenhaltigen FSM, deren Einsatz durch Gesetze und Richtlinien mehr und mehr eingeschränkt wird (Bildung toxischer Gase, hohe Bioakkumulation, aufwendige Entsorgung). Für phosphorhaltige FSM wurden sowohl Gasphasen- als auch Festphasenmechanismen nachgewiesen, was ein breites Einsatzspektrum generiert.
Bei der Entwicklung neuer phosphorhaltiger FSM besteht die Herausforderung darin, die folgenden Parameter zu optimieren:
• Flammschutzwirkung,
• Einfluss auf die Verarbeitungs- und Materialeigenschaften,
• Umweltverträglichkeit,
• Herstellungskosten.
Die gezielte Entwicklung neuer FSM erfordert systematische und grundlegende Untersuchungen zu den Flammschutzmechanismen.